Erste Woche

Habari zenu?

Naitwa Pascal.

Nimetoka Ujerumani.

Mimi ni mwalimu.

Nimefurahi kuwa hapa na nyinyi.

 

Dank geht an Tobi und Melanie, diese Sätze auswendig zu lernen war mal echt sinnvoll – wir haben sie gestern jeder etwa 5 mal aufgesagt (mit geringen Abweichungen). Nämlich als wir an einem Saminary (einer Schule für angehende Priester) jeder Stufe einzeln vorgestellt wurden – danach gabs jeweils Applaus. Frauen klatschen hier nicht nur, sie trillern auch irgendwie mit ihren Zungen. Nicht schlecht...

Seit Samstag sind wir jetzt in Mbeya und Umgebung unterwegs. Die Fahrt hierhin war natürlich auch nicht "normal": Wir waren in einem Pickup unterwegs, der hinten randvoll beladen war mit unserem Gepäck und anderen Dingen (?) und unterwegs noch ca. 400 Orangen aufgeladen bekam. "In Mbeya sind die teurer."

Folglich war nur auf der Rückbank und dem Beifahrersitz Platz, um uns 5 großgewachsene Deutsche unterzubringen, was den Reiz der Tour jedoch keineswegs minderte.

50 km der knapp 900 km langen Reise verliefen durch einen Nationalpark, sodass wir (Gir)Affen, Antilopen und ein Zebra zu Gesicht bekamen. Die Elephanten haben sich natürlich versteckt -.- (die Bäume wären hier z.T. tatsächlich breit genug!)

Abends haben wir dann noch Father Sangas Bruder und die 2 Freiwilligen vom Amani-Projekt getroffen, Yannick und Tristan. Die beiden sind schon seit 4 Wochen hier und geben auch an einer Schule Computerunterricht...

Sonntag Morgen wurden wir als allererstes der Gemeinde vorgestellt (wieder nicht ausschlafen!) - und zwar der kompletten Gemeinde... Die Kirche war so voll, wie es sich Pfarrer in Deutschland nur in ihren kühnsten Träumen vorstellen können, die Leute standen noch vor der Tür der (recht großen) Kirche. Wir durften dann also am Ende des Gottesdienstes vortreten und die Short-version der gelernten Begrüßungssätze vorbringen. Na, wem von euch haben schon mal mehr als tausend Menschen zugejubelt, nur weil ihr weiß seid und euren Namen sagen könnt?!

 

Anschließend gings dann ab in den Busch. Ca. 1 Stunde über Schotterpisten in Richtung Sambia, an den Straßenränder überraschend viele Menschen die uns doch relativ.... erstaunt angeguckt haben. Hat man ihnen dann aber zugewunken, haben ALLE freundlich reagiert. Männer und Frauen jeden Alters und Berufs, kleinere Kinder natürlich mit der meisten Begeisterung.

Mitten im Nirgendwo war dann eine Highschool, an der wir von buntgekleideten singenden Kindern begrüßt wurden. Sanga hielt dann dort eine Messe, in die auch der Schulabschluss einiger Schüler integriert war. Während dieser etwa 4-stündigen Messe mussten wir dann Gott sei Dank nicht die ganze Zeit dabeisitzen, sondern konnten ein wenig die Gegend erkunden.

 

Nach 20 min Fußmarsch waren Tobi und ich dann auf dem Gehöft eines Kaffeebauerns angekommen, der echt wie vor 100 Jahren lebte. Englisch konnte er natürlich auch nicht, sodass die Verständigung reichlich schwer fiel. Trotzdem war das Zusammentreffen für beide Seiten echt interessant, auch wenn ich ihm meine Kamera dann nicht verkaufen wollte.

 

 Abends und mittags werden wir zuverlässig zum Essen bei Verwandten und Bekannten eingeladen (Sanga kennt hier JEDEN) heute abend mussten wir zweimal zu abend essen, um niemanden zu entäuschen. Die Wohn-Esszimmer sehen hier alle relativ ähnlich aus. Auch in den ärmeren Häusern sind Sessel standard und ein ständig laufender Fernseher gehört genau so zum Inventar wie alles mögliche Kitschige. Während des Essens sind die Männer dann unter sich, wenn Frauen doch dabei sind essen sie auf jeden Fall nicht mit. Die Tochter des Hauses macht dann in der Regel vor und nach dem Essen mit einem Gefäß Wasser die Runde und kniet sich vor dich hin, damit du dir die Hände waschen kannst. Anfangs doch etwas ungewohnt...

 

Inzwischen haben wir auch unsere Häuser und Schulen besichtigen können. Christian, Tobias und ich werden in Mbalizi wohnen und an der Wenda High School unterrichten, wobei Christian wohl auch an einer anderen Schule eingesetzt werden wird. Unser Haus wird gerade erst fertig eingerichtet und renoviert. Da der Direktor und der Headmaster sehr ehrgeizige Pläne für die junge Schule haben, soll auch das Haus der Lehrer möglichst perfekt werden – wir haben 2 Badewannen, gefließte Küche und Bäder, sowie 2 Wasseranschlüsse, alles absoluter Luxus hier.

In Igawilo bei Felix und Micha sieht es zwar nicht ganz so luxeriös aus, dafür haben die beiden einen eigenen Innenhof in dem sie Hühner halten wollen... Na viel Spaß Jungs :-D

Einziehen werden wir wohl in den nächsten 2 bis 3 Tagen – wir können es kaum noch abwarten uns endlich richtig einrichten zu können.

 

So viel erstmal für heute, liebe Grüße

 

Pascal

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Kommentare: 1
  • #1

    Zhi (Donnerstag, 02 September 2010 22:48)

    Uiuiuiuiui... echt hamma was du da erzählt. freut mich sehr dass du gut angekommen bist und schon so viel erlebt hast... da bekommt der leser ja schon total abenteuer-feeling;).
    weiterhin alles gute aus schriesheim und augen auf beim eierkauf!