Matema und andere Katastrophen

So - ich hoffe ich schaffe es jetzt ein wenig mit den geschehenen Ereignissen mitzuhalten und ein paar hier dokumentarisch einzuholen...

 

Zuerst kurz zur...



Politik

Die Ergebnisse der Wahl wurden erst sehr spät vollständig veröffentlicht, weswegen es in einzelnen Regionen Demonstrationen gab, die z.T. auch mit Polizeigewalt aufgelöst werden mussten. Abgesehen davon waren die Wahlen so friedlich und frei wie noch nie in Tansania und letzten Endes sind die Ergebnisse jetzt auch da:

 

CCM 61 %

Chadema 26 %

CUF ca. 10 %

+ andere

 

Teilweise lag die Verzögerung der Ergebnisse daran, dass CCM mit den Auszählungen in manchen Regionen nicht einverstanden war und sie wiederholen lies. Was wir vor allem von der Wahl mitbekamen, waren die vielen Stromausfälle, welche zum Teil dafür sorgten, dass wir mehr als einen Tag keinen Strom und dadurch auch kein Wasser hatten, was dann doch etwas ungewohnt war. Angeblich sind diese Stromausfälle nicht immer Zufall, sondern besondere Zuwendung der Regierung an Regionen, aus der sie nicht genug Stimmen bekommen hat. So wie Mbeya, denn hier hat Chadema die Mehrheit der Stimmen für sich gewinnen können. Der Abgeordnete der Region ist so jetzt ein beliebter Musiker der Chadema-Partei (doch der Name der Partei), der angeblich nicht mal auf der High School war...

 

Da Sansibar einen halb autonomen Status inne hat, wurde dort ein eigener Präsident gewählt. CCM schaffte die absolute Mehrheit mit 4000 Stimmen Vorsprung und genau 50,1%. Insgesamt musste die Regierungspartei und damit der alte und neue Präsident Kikwete also einige Rückschläge hinnehmen, was ihn dazu bewog, bei seiner Rede nach der Wiederwahl an die Einheit Tansanias zu appellieren.

 

Insgesamt ist bei mir durch die Wahlen jedoch kein besonderer negativer Eindruck von der Politik hier entstanden. Im Gegenteil ich bin überrascht, wie interessiert und informiert die meisten Menschen hier an den Wahlen teilgenommen haben.

Couchsurfing

(engl. = "Sofawellenreiten" (bescheuerte Übersetzung....))

Bezeichnung für eine Bewegung die ihre Anfänge zu Beginn des 21. Jhd. hat. Die sog. "Couchsurfer" verabreden sich in Internetforen, in denen sie sich durch persönliche Profile vorstellen, mit anderen Mitgliedern, welche ihnen i.d.R. kostenlos eine Couch oder sogar ein Bett zum Übernachten anbieten können.

 

Und genau da haben wir uns mal angemeldet, von Felix und Michas positiven Erfahrungen neidisch geworden. Wie bekommt man auf anderen Wegen denn die Einladung, umsonst auf eine Trauminsel vor Mosambik geflogen zu werden und dort in einer noch leeren Lodge Urlaub zu machen. Uns fiel nichts ein :)

 

Unsere erste Anfrage kam dann jedoch nicht wie bei Micha von zwei jungen Schwedinnen, sondern von Peter, 58 aus Deutschland. Dieser wird uns allerdings noch lange im Gedächtnis bleiben. Doch von Vorne:

 

Peter ist seit knapp 4 Monaten in Tansania und sucht eine Stelle, an der er sich kostenlos als Schreiner oder Kinderbetreuer einbringen kann. Das ist nur leider ohne Unterstützung einer deutschen Organisation recht schwierig. Deshalb reist er seit er hier ist von einem Ort zum anderen und versucht es bei allen möglichen Projekten. So auch hier in Mbeya.

 

Wir entschlossen uns also ihn aufzunehmen und für ein paar Tage zu beherbergen. Letzten Endes wurde dann doch eine ganze Woche daraus, so hatten wir dafür aber jede Menge Zeit für Gespräche über Gott und die Welt. Besonders toll fand Peter, dass sein Musikgeschmack sich so mit Tobis deckte und er auf seinem I-Pod alle seine alten Lieblingsbands fand, die er dann gerne stundenlang anhörte.

 

Wir hatten auf jeden Fall eine lustige und interessante Zeit mit ihm, genau so, wie mit den 4 Couchsurfern aus den USA, die eine Woche später bei uns halt machten, da sie von hier aus mit dem Zug weiter nach Dar es Salaam fahren wollten. Doch jetzt zur Windhose:

Und nun: Das Wetter.

Die meisten neidischen Nachrichten, die mich erreichen, haben irgendwie mit dem Wetter zu tun – kann man ja auch irgendwie nachvollziehen. ;)

 

Demnächst wird dafür allerdings weniger Anlass bestehen, denn die Regenzeit rückt näher.

Das merkt man z.B. daran, dass es regnet...

 

Inzwischen haben wir schon 3 mal einen richtigen Regen erlebt. In maximal einer Stunde kommt so viel runter, dass die Welt danach wie verwandelt ist. Nicht nur, dass die staubigen Straßen jetzt die Konsistenz eines Moores haben, vor allem der neue Geruch fällt auf. Zum einen ist die Luft reiner, denn der viele Staub, der sonst die Nasen verstopft ist von den Tropfen zu Boden gerissen worden. Zum anderen verströmt der überall auf dem Boden liegende Müll und die Asche der brandgerodeten Flächen ein weniger süßes Aroma. Und auch wenn am nächsten Tag nichts mehr vom Regen zeugt, da die Wege wieder genau so trocken sind wie vorher und jegliche Pfütze verschwunden, ist jedoch schon ein leichter grüner Flaum auf den umliegenden Bergen zu beobachten. Man braucht jedoch nicht unbedingt regen, um zu merken, wie sich das Wetter ändert. An manchen Tagen ist es so wahnsinnig windig, dass man kaum Fahrrad fahren kann oder so diesig, dass der große Mbeya Peak kaum zu sehen ist.

 

Einmal als wir zur Schule gefahren sind und es wieder sehr windig war, wurden wir sogar Zeugen einer richtigen Windhose. Und unser Schulweg führte uns auch noch direkt auf sie zu! Erkennen konnte man sie an den z.T. richtig großen Bananenpalmästen und anderem Zeug, welches in Kreisbahnen von ca. 10m Radius bis in eine Höhe von geschätzten 100m getragen wurden. Das ganze Ungetüm bewegte sich nur langsam, aber wo es am Boden über eine Bananenstaude hinwegstürmte, wurde seine Kraft offensichtlich. Wir beobachteten es aus sicherem Abstand und so trugen wir nur den Eindruck der rohen Naturgewalt davon.

 

Für uns persönlich war der Regen etwas Wunderschönes, Gewohntes aus der Heimat. Und abgesehen von den Moskitos, die nun vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lassen werden, freue ich mich auch schon auf das laute Trommeln auf dem Dach, welches die Gemütlichkeit eines sicheren, trockenen Hauses vertont.

 

Ein bisschen bescheuert kamen wir uns dann allerdings doch vor, als wir wie die Blöden Bilder vom Regen und Pfützen auf der Straße schossen.... :)

Joseph aka. The General aka. MC Malata aka. Mr. Serious aka. sonstwas

Vor inzwischen schon wieder viel zu langer Zeit wurde es Zeit, sich von Joseph unserem besten Freund hier zu verabschieden. Joseph Malata, der Neffe von Mr. Mwampoma, hatte uns seit wir in Mbalizi eingezogen waren viel begleitet und geholfen. Er hatte gerade sein A-Level abgeschlossen (entspricht unserem Abi) und musste noch ein halbes Jahr warten, bis er auf die Uni gehen konnte. Doch dann im Oktober war es soweit: Er hatte einen Studienplatz in Morogoro zugewiesen bekommen, worüber er anfangs kurz enttäuscht war, da er wie alle Schüler am liebsten in Dar es Salaam studiert hätte. Auch sein liebstes Studienfach war ihm nicht vergönnt und so macht er jetzt seinen Bachelor in "Tourism and Environment".

 

Inzwischen sind wir zwar autonom genug, um ihn nicht mehr zum einkaufen zu brauchen, aber seinen Humor und seine Art vermissen wir trotzdem seitdem.

 

Nun aber zum Hauptteil meines Artikels: unser (ausgedehntes) Wochenende am Malawi Lake (oder Lake Nyasa, wie man hier in Tansania sagen sollte).

Die Reise zum Lake Nyasa

Den Anstoß gegeben hatte die Einladung von Anna, einer anderen Freiwilligen, die wir schon in Deutschland auf einem Kiswahili-Sprachkurs kennen gelernt hatte. Sie wohnt zwar nicht direkt am See, jedoch könne man von ihr aus eine kleine Wanderung machen und sei in einigen Stunden in Matema, unserem Zielort am See. Sehr gut traf sich außerdem, dass Mr. Mwampoma uns vor einigen Wochen angeboten hatte, doch ruhig auch mal eines seiner Autos zu benutzen, wenn wir mal einen Ausflug machen wollen. Auch als wir dann kamen und ihm unseren Wunsch, zu siebt nach Matema zu fahren, mitteilten war das kein Problem – die Schule hat ja große Autos.

 

So fand ich mich also eines Donnerstag mittags (wir hatten uns Freitag freigenommen, damit sich die Reise auch lohnte, viel war an der Schule eh nicht zu tun...) in geschätzten zwei Meter Höhe hinter dem Steuer des uns zugewiesenen rießigen Land Rovers und bekam den ersten Gang nicht rein. Gott sei Dank war der Fahrer der Schule auf dem Beifahrersitz und konnte mich so warnen, wenn ich mal wieder den Rückwärtsgang erwischte, statt des erwähnten, zum nach vorne fahren besser geigneten, ersten Ganges. Die erste kurze Fahrt ging erstmal in eine Werkstatt, um Reifendruck und Ölstand zu überprüfen und korrigieren, dann gab uns der Fahrer noch einige Hinweise zum Reifenwechseln, Licht usw. und Schwupp! War er weg und wir auf uns alleine gestellt. Endlich... Hehee.... :)

Mit 150 Sachen rasten wir dann natürlich nicht nach Hause, war ja auch nicht weit. Christian, Yannik und Tristan sammelten wir ein und ab ging es in Richtung Stadt, wo wir noch zum Immigration Office mussten, um unsere Resident Permit zu beantragen. Nach einigem Hin und Her hatte dann doch das meiste geklappt und so konnten wir, gegen 4 endlich los... fast. Tanken wäre noch eine gute Idee, kam uns in den Sinn, denn unser Ziel war wirklich etwas in der Pampa und der Tank nur etwas mehr als halb voll. Naja, ist doch kein Problem, noch waren wir ja in Mbeya, wo es massenhaft Tankstellen gibt. Doch als wir da waren fiel uns noch eine Frage ein: Diesel oder Benzin? Das hatte uns der Fahrer der Schule bei seiner Einführung und all dem Trubel mit den Gängen nämlich vergessen zu sagen. Zum Glück hatten wir ja fachkundiges Personal an Bord. So wurde also versucht im zweiten Gang loszufahren, die Motorhaube geöffnet und sogar am Tank gerochen. Die Einstimmige Meinung war:

 

Hmm... also... naja, ich glaube mal... oder vielleicht,.. oder zumindest könnte es doch eher wahrscheinlich ein Diesel sein... oder?

Wir hatten uns gerade entschieden lieber noch einen Anruf zu machen, um sicher zu gehen, als uns dann doch noch die Fahrzeugpapiere eingefallen sind, die der Fahrer kurz erwähnt hatte. Schnell nachgeguckt und - "Used Fuel: Petrol"

 

Ups.

 

Also mit BENZIN vollgetankt und ab gings. Die erste halbe Stunde war die Straße noch geteert und so kamen wir einigermaßen schnell unserem, nach Annas Angaben, etwa 4h entfernten Ziel näher.

Unser Weg sollte uns nach ihrer SMS durch zahlreiche Dörfer führen, namentlich Uyole, Isyonzi, Igoma, Yawela, Kikondo, Misiwa, Ipelele und Makawuta und dann in Amani enden...

Eigentlich kein Problem, weil es laut Karte nur eine Straße gibt. Soweit die Theorie... Nach Igoma kam dann aber kein Dorf, dessen Namen wir irgendwie so aussprechen oder umschreiben konnten, dass einer der oben genannten Orte dabei herauskam. Auch auf unserer Karte war neben der einen Straße mit der einen Kreuzung zu dem einen größeren Ort in dessen Nähe wir Amani wussten, sonst nichts eingezeichnet, sodass wir eigentlich auch nicht falsch sein konnten. Richtig aber anscheinend auch nicht...

 

Da die Landschaft allerdings so überwältigend war, kümmerte uns der Weg vorerst recht wenig und irgendwann saßen nur noch Tobi und ich im Inneren des Wagens, da die anderen Fünf die Fahrt lieber AUF dem Auto genießen wollten. Ganz schön mutig, nachdem ich es geschafft hatte den Wagen in den sandigen Straßengraben zu fahren, somit eine schöne Seitenlage zu verursachen und der Wagen nur mit einem kleinen Anlauf wieder ins Waagerechte zu bringen war.

Diesem Mut sind aber auf jedem Fall die wunderschönen Bilder zu verdanken, von denen ich möglichst viele hochladen will!

Trotz der einsetzenden Dunkelheit und weiterhin keiner Spur, die uns des richtigen Weges bestätigte, war eine super Stimmung im Auto. Und als dann tatsächlich eine größere Stadt auftauchte, in der wir auch noch etwas zu Essen bekamen, wähnten wir uns schon am Ziel. Erst einige Telefonate später wurde uns klar, dass wir in der falschen Stadt waren und wieder zurückfahren mussten.

 

Naja, dann mal los, wir hatten zwar keine Abzweigung gesehen, aber dann gucken wir jetzt halt nochmal besser hin. Eine halbe Stunde später folgt immer noch eine unbelebte dunkle Kurve der nächsten und nicht einmal ein kleiner Waldweg bietet sich uns als Abzweigung an. Umso mehr staunen wir, als wir dann plötzlich in einem Ort ankommen, an dessen Kreuzung Anna steht und uns zuwinkt. Durch den sind wir einhundertprotzentig nicht gekommen, da waren wir uns einig. Zu müde, um weiter über dieses Wunder nachzudenken, lassen wir uns willenlos bei Laurin, einem weiteren Freiwilligen und Anna einquartieren und werden dieses Rätsel auch auf dem Rückweg nicht endgültig lösen können.

Am nächsten Morgen sollte es dann auf in Richtung See gehen. Doch da die Wanderung von Amani aus etwa 6h dauern sollte, bot es sich an, das erste noch mit dem Auto zu bewältigende Stück auch so zurückzulegen und nur den Rest vom Weg, den steilen Abstieg unseren Füßen und Beinen zu überlassen. Inzwischen war unsere Gruppe auf 11 Personen angewachsen, da noch andere Freiwillige aus der Umgebung zu uns gestoßen waren.

 

Die nun folgende Fahrt bewältigte unser Auto mit etwas Mühe, da es die 13 Personen (Anhalter passen immer noch rein) entgegen unserer Vermutungen nicht bergab, sondern immer höher hinauf zu schleppen hatte. Die Landschaft änderte sich total und war NOCH unglaublicher. Zu beiden Seiten erstreckten sich steile Hänge, die zum Teil bewirtschaftet wurden, zum Teil aber auch zu steil waren. Die Hänge fielen so steil und tief ab, dass man trotz der eigentlich guten Sicht die Ebene unten nicht sehen konnte, sondern nur den grauen Dunst der nebligen Atmosphäre.

 

Als würden die Berge fliegen, als wäre man im Himmel...

Der Plan war, das Auto im letzten erreichbaren Ort bei einem Bekannten abzustellen zum See runter zu wandern, dort in Matema zwei Nächte und entspannte Tage zu verbringen und am Sonntagmittag wieder hochzuklettern und das Auto abzuholen.

 

Jetzt aber erst mal der Abstieg. Puh, ist ja ganz schön steil und auch relativ dünn der Weg... und rechts und links von mir, da gehts ja ganz schön tief runter, huh... Dafür ist die Aussicht natürlich nicht nur beängstigend sondern auch beeindruckend O.o

Immerhin hatten wir unseren einheimischen Führer, der uns mit sicheren Schritten vorrauseilte und alle 5 Minuten auf uns warten musste. Nur von seiner Abkürzung, die uns vielleicht 200m sparte, dafür aber ca. 400 zusätzliche Höhenmeter einbrachte, waren wir nicht so ganz überzeugt... Nach diesem ersten steilen Abstieg waren einige dann doch ganz schön überrascht wie anstrengend Berabgehen sein kann - und, dass Sneakers dafür nicht unbedingt die besten Schuhe sind.

 

Nachdem unser bisheriger Weg uns vor allem durch verkohlte Felder geführt hatte, waren wir umso angenehmer überrascht, als der nun folgende Teil des Abstieges nun nicht nur nicht so steil wie der erste war, sondern uns zudem auch mit immer mehr Grünem für unsere schon zitternden Beine belohnte. Was anfangs noch Teeplantagen, hohes Gras und Bäume waren, wurde schließlich zu einem richtigen tropischen Urwald. Leider war dieser Teil der Strecke nicht allzu lang, denn schon wenig später lichteten sich die Bäume und der Blick auf die weite Ebene und den See am Horizont wurde frei. Endlich hatten wir unser Ziel vor Augen und konnten so wieder ein wenig Motivation entwickeln. Diese war in den letzten Stunden schon teilweise flöten gegangen, da wir schon länger als die vorausgesagten 2,5h unterwegs waren und sich das erhoffte kühle Nass noch vor uns versteckt hatte.

Der nun folgende finale Abstieg war wieder ähnlich steil wie der erste und wollte einfach kein Ende nehmen. Inzwischen war uns klar, dass wir uns beeilen mussten, um noch im Hellen nach Matema zu gelangen. Was uns verband, waren unsere armen Beine, die nun erneut gezwungen wurden unsere Körper irgendwie beim Bergabtaumeln immer wieder zu bremsen. Viele waren schon hart an ihrer Grenze. Dass dann einige zusätzlich noch Probleme mit ihren Mägen bekamen, hatte zur Folge, dass wir uns nach und nach aufteilten. Doch die Ebene kam einfach nicht näher.

Nach einer weiteren Stunde Abstieg waren wir noch immer weit davon entfernt ebenes Gelände zu erreichen und erst als es langsam anfing zu dämmern wurde der Weg flacher. Unsere Wasservorräte waren inzwischen ausnahmslos aufgebraucht und so fragten wir bei den ersten auftauchenden Lehmhütten nach etwas Trinkbarem. Irgendjemand hatte dann tatsächlich noch eine Kiste Soda, sodass wir zumindest nicht frühzeitig verdursten mussten. :)

 

Schließlich kamen wir an die Straße, die uns nach Matema führen sollte. Doch diese Strecke war nicht zu Fuß zu bewältigen, wie uns oben auf dem Berg schon klar geworden war, sondern musste mit motorisierter Hilfe zurückgelegt werden. Letzten Endes teilten wir uns wieder auf und kamen so nach und nach alle irgendwie doch noch nach Matema, wo wir in einer super Unterkunft direkt am Strand Platz fanden.

Der nächste Tag diente voll und ganz der Erholung, da aufgrund unserer muskelkatergequälten Beine nichts zu bewältigen war, was mit Gehen oder Laufen zu tun hatte. Schwimmen war gerade noch möglich. :)

 

Gott sei Dank, denn bei ca. 35° C Mittagshitze und dem vergleichsweise kühleren Seewasser blieb gar keine andere Möglichkeit zur Entspannung. Doch dann war auf einmal schon Samstag und Sonntagmorgen sollte es ja schon zurück gehen.

Der Rückweg war folgendermaßen geplant: Da fast keiner wirklich Lust hatte, die insgesamt knapp 2000 Höhenmeter auch noch in die andere Richtung zurückzulegen, aber das Auto schließlich noch oben stand, entschlossen Tobi und ich uns, alleine wieder hoch zu wandern. Die Anderen wollten per Bus nach Hause kommen.

 

Also riefen wir bei unseren Vorgesetzten in Mbeya an und bekamen durch die Schilderung unserer Situation einen Tag zum Erholen dazu. Das traf sich ausgesprochen gut, da die Anderen sowieso länger geblieben wären, weil sie Montag frei hatten und zudem Christian am Montag Geburtstag hatte.

 

So konnten wir also nicht nur unser Fisch-Dasein 24h länger genießen, sondern auch in einen für Christian unvergesslichen Geburtstag am Strand, inklusive Kerzenlicht und mitternächtigem Baden, hinein feiern.

Außerdem trafen wir zwei dort arbeitende Freiwillige, von denen eine - Friederike - sich spontan uns bei unserer Wanderung zurück anschloss, da sie sowieso nach Mbeya musste und zudem noch nie so richtig die Berge um ihren Einsatzort herum erkundet hatte.

 

Wir starteten unseren Weg zurück, diesmal ohne Führer, so früh wie möglich - um 5 Uhr saßen wir in einem Dalladalla, das uns wieder zu unserem Wanderweg brachte, sodass wir den Sonnenaufgang um 6 schon am Hang erlebten.

Nach drei Stunden konstantem Fuß-über-Fuß-Setztens hatten wir die erste Etappe geschafft und fühlten uns überrascht entspannt, was sicher damit zusammenhing, dass wir auf der Schattenseite des Berges gelaufen waren und so der großen Hitze entgingen. Trotz unseres doch eigentlich ganz guten Tempos wurden wir ab und zu von Einheimischen überholt, die z.T. in Flip-Flops und mit Reissäcken auf dem Kopf an uns vorbeidüsten, uns dabei immer eines freundlichen "Pole" (es tut mir Leid) bedachten.

Auch den Rest des Weges brachten wir einigermaßen ordentlich hinter uns – solange es bergauf ging. Ein winziges Gefälle reichte jedoch aus, um Friederike mit unseren sicherlich bescheuert aussehenden ungelenken Bewegungen - die auf dem Versuch, unsere noch immer von schlimmem Muskelkater gequälten Oberschenkel zu entlasten, geschuldet waren - zum Lachen zu bringen. Durch die immer größere Höhe, in die wir vordrangen wurde die Luft zwar dünner, dafür aber auch nicht so heiß, wie im Tal. Zudem war die Sicht an diesem Tag um einiges besser, als auf dem Hinweg, sodass wir uns oft genug umdrehten, um die Aussicht zu genießen und Photos zu machen.

Dschungelvideo
Ein wenig Urwald-feeling zum runterladen!
P1010794.avi
Video Datei 5.1 MB

Nach knapp 6 Stunden waren wir dann wieder beim Auto und gönnten uns erstmal eine ausgedehnte zufriedene Pause. Auf dem Rückweg nahmen wir dann den "richtigen" Weg nach Mbeya (es gab also doch zwei verschiedene) und wissen seitdem auch so ganz grob, wie wir wohl falsch gefahren sind. Ansonsten verlief die Fahrt relativ ruhig, bis es dann irgendwann anfing zu regnen und sich immer mehr Pfützen, deren Tiefe man nie kennt, auf der nun matschigen und somit rutschigen Straße sammelten.

Endlich in Mbeya angekommen nutzten wir die Gelegenheit aus und kauften gleich einige Dinge ein, die wir gut im Auto transportieren konnten, tankten fast voll und konnten das Auto dann unversehrt zurückgeben. Nachdem wir Christian noch ein Geburtstagsabendessen gekocht und sein Glas Nutella als Geburtstagsgeschenk überreicht hatten, konnten wir diesen langen Tag endlich abschließen und uns in unsere Betten fallen lassen.

 

Etwas langweilig wäre es doch jetzt aber wirklich gewesen wenn am Ende alles so glatt gelaufen wäre...

Oder?!

 

Dachten wir uns auch erst, waren dann aber doch etwas überrascht als wir zwei Tage später eine SMS von Mr. Mwampoma erhielten: "There is a big problem with the car. You used PETROL instead of DIESEL! Lets meet this evening."

 

Ai...

 

Jetzt machte es auch immer mehr Sinn, dass das Auto immer schlechter ansprang und es auf dem Rückweg immer öfter Verpuffungen gab, bei denen wir schon Angst hatten der Auspuff fliegt uns gleich um die Ohren.

 

Bei dem Gespräch kam dann irgendwie heraus, dass der Motor vor 5 Jahren ausgetauscht wurde – im Gegensatz zu den Fahrzeugpapieren, die noch genau die gleichen wie vorher waren...

 

Tja, jedenfalls hat der Motor glücklicherweise keinen Schaden genommen, da der Tank anfangs noch ¾ voll war und so durch Hinzugabe des Benzins ein Gemisch entstand mit dem der Motor noch einigermaßen zurecht kam. Dafür war die Benzinpumpe irgendwie kaputt gegangen und musste neu bestellt werden. Die dafür anfallenden Kosten von 290.000 Tsh, also etwa 150 €, übernahm Mr. Mwampoma, der die Sache immer noch einigermaßen entspannt hin nahm.

 

Tja, jetzt hatten wir auch mal eine erste Erfahrung gemacht, wo ganz schön was in Hose gegangen war. Etwas Unsicherheit herrschte anfangs doch, gerade nach der etwas ruppigen SMS. Umso schöner, dass es am Ende einigermaßen glimpflich ausgegangen war.

 

 

So, nun erst mal Gratulation an alle, die es bis hier geschafft haben - inklusive an mich :)

 

Ich freue mich wie immer über Kommentare/Kritik und werde jetzt erst mal sehen, dass ich ein paar schöne Bilder aussortiere. (Boah, immer dieses Aussortieren! Ich habe im Moment ca. 4500 Fotos von hier auf meinem armen kleinen Netbook...)

 

Ciao! :)

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Kommentare: 6
  • #1

    Zhi (Dienstag, 23 November 2010 00:47)

    Boahhh Pascal... mir fehlen die worte:) unbeschreiblich was du da erlebst. ich denke, das ist wahre freiheit:)! sehe ich richtig, dass die in tanzania links fahren??!! echt mutig von dir:D.
    weiterhin alles gute, bin schon auf den nächsten artikel gespannt!

    dein Zhichao

  • #2

    Valle (Donnerstag, 23 Dezember 2010 00:38)

    toller Artikel!
    Was soll Ich sagen, klingt nach unvergesslichen Erlebnissen und atemberaubender Natur, mensch, man könnt neidisch werden :) wünsch dir noch ne tolle Zeit und uns, dass du weiterhin so brav online Tagebuch führst ;)

    Grüße, Valle

    PS: frohe Weihnachten und n guten Rutsch!

  • #3

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