Home, sweet home

Ich bin jetzt seit etwa einem Monat wieder in Deutschland!

Natürlich habe ich total schnell wieder alte Gewohnheiten übernommen, natürlich war es am Anfang total komisch zu sehen, wie sauber und geordnet alles ist, natürlich war es total schön die gewohnten Gestalten in der gewohnten Umgebung wieder zu treffen und z.B. ganz gewöhnlich Fußball spielen zu gehen. Natürlich ist Tansania schon wieder ganz weit weg und natürlich könnte man sagen – es kommt mir vor wie ein (sehr langer) Traum!

Und das ist doch eigentlich alles auch gar nicht so schlimm :)

 

...

 

 

Mir ging es dabei jedenfalls besser als ich es erwartet hätte. Ich hatte die Befürchtungen in Deutschland erst mal wieder „klarkommen“ zu müssen, mir viele Dinge aus Tansania her zu wünschen, z.B. von der schlechten Laune der Deutschen runter gezogen zu werden.

 

Doch das Gegenteil war der Fall! Vielleicht weil ich nicht viel erwartet hatte empfand ich den Umgang mit fremden Deutschen als überhaupt nicht von schlechter Laune geprägt, im Gegenteil war überrascht wie viele lächelten und gut drauf waren (das lag zum Teil wohl auch daran, dass gerade der richtige Sommer angebrochen war, als ich ankam – ich habe quasi die afrikanische Sonne mit nach Deutschland gebracht ;))

So konnte ich meine Ankunft genießen – besonders, da ich keine Verpflichtungen hatte und es langsam angehen konnte. Ich musste mich in vielen Dingen erst wieder orientieren (wo bewahren wir bei uns im Haus nochmal die Handtücher auf…?) und war die ersten Wochen insgesamt doch etwas neben der Spur. Ein leichter Kulturschock war auf jeden Fall vorhanden!

 

Dazu muss erwähnt werden, dass mir das Heimkommen durch einen nicht zu vernachlässigenden Umstand erleichtert wurde: schon dreieinhalb Wochen vor meinem Rückflug stand das Wiedersehen mit meiner Familie im Kalender! Ursula, Christian und Esther kamen mich besuchen und so hatte ich die Möglichkeit ihnen „mein“ Land und mein Leben darin vorzustellen. Denn manche Dinge muss man einfach erlebt haben, egal wie eifrig man dem entsprechenden Block gefolgt ist – Erleben geht über Studieren (oder so…). Dieses zusätzliche Verständnis, das meine Eltern und meine Schwester für das Land und also auch mich entwickeln konnten, hat mir den Einstieg zu Hause sicherlich vereinfacht. An dieser Stelle ein fettes Danke an Euch meine Lieben, für die Rücksicht, die ihr mir gegenüber habt walten lassen :)


Die Reise ausführlich zu erläutern würde an dieser Stelle zu weit führen – im Zweifelsfall gibt es vier Weigmänner und -frauen, die gerne Rede und Antwort stehen.

 

Nur so viel: angekommen in Dar es Salaam kommt es zum großen Wiedertreffen nach 11 Monaten! Die darauffolgenden 4 Tage werden am wunderschönen Strand bei Dar verbracht, anschließend geht es mit der Bahn auf abenteuerlicher Fahrt nach Mbeya. Nach zwei Tagen dort, die dem Kennenlernen meiner Lebens-und Arbeitsumgebung dienten, machen wir uns mit einem eigenen Auto auf eine NOCH abenteuerlichere Tour zum abgelegenen Lake Rukwa, am nächsten Tag geht es weiter zum Lake Malawi, wo weitere 3 Tage Badeurlaub anstehen. Schließlich die letzten Tage in unserem Haus in Mbalizi, wo es endgültig Abschied nehmen heißt, nach einer wirklich schönen Abschiedsfeier in der Schule fährt unser Bus am nächsten Tag nach Dar.

Und es geht auch gleich weiter – über schlechte Straßen lassen wir uns mit dem einzigen öffentlichen Bus auf dieser Strecke nach Mloka fahren, dem Dorf an der Grenze des Selous Game Reserves. Die folgenden zwei Tage verbringen wir in echtem Touristenluxus in Hütten direkt am Ufer des Rufiji Rivers und auf einer langen Safari durch die Wildnis, auf der weder Löwe, noch Giraffe, noch Elefant verpassten, uns zu begutachten. Danach wieder nach Dar, das Sprungbrett zu unserem letzten Ziel: Sansibar, wo wir die letzten Tage in der historischen Altstadt, in Stonetown und in einem wunderschönen Ferienhaus an der Ostküste verbrachten.

 

Dann hieß es Heimflug…

 

Inzwischen sitze ich in Göttingen, wo jetzt demnächst mein Physikstudium beginnt.

 

Ein weiterer Neuanfang - diesmal unbefristet :) 

PS: und falls das noch nicht richtig im Bericht durchgekommen ist - natürlich lebt Tansania weiter in mir!

 

…und neben mir – im Wohnheim, in dem ich wohne ist der Herr in meinem Nachbarzimmer aus welchem Land? Richtig! :D

 

Tansania

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